Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland - BDAJ

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Samstag, 25 Mai 2013

Organisationsstruktur und Schwerpunkte


Die folgende kurze Einführung beschreibt und illustriert den strukturellen Aufbau des Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (kurz BDAJ) sowie die Schwerpunkte seiner Arbeit. Der BDAJ ist seit Oktober 2011 Vollmitglied im Deutschen Bundesjugendring (DBJR).





Der BDAJ (ehemals AAGB als Akronym aus dem türkischen Almanya Alevi Gençler Birliği - Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V.) ist die 1994 gegründete eigenständige Jugendorganisation der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. (AABF – vgl.: www.Alevi.com/de). Aktuell sind über 20.000 Mitgliedsfamilien unter dem Dach der AABF organisiert; nach Untersuchungen vertritt die AABF die Interessen von über 250.000 Menschen und ist eine nach dem Grundgesetz anerkannte Religionsgemeinschaft. Die AABF koordiniert den Alevitischen Religionsunterricht (ARU), als ordentliches Schulfach, mittlerweile in sieben westdeutschen Bundesländern. Die/der Bundesvorsitzende des BDAJ ist kooptiertes Bundesvorstandsmitglied der Erwachsenengemeinde.



„Weltoffenheit und Toleranz, die Bereitschaft zum interreligiösen und interkulturellen Dialog, Solidarität, Humanismus sowie unser striktes Veto gegen religiösen Fundamentalismus und Nationalismus; das sind wesentliche Eckpfeiler unseres Verständnisses" so der Bundesvorsitzende des BDAJ, Serdar Akin.

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Regionalverbände und Ortsjugenden

Der BDAJ versteht sich, wie es die Abbildung zeigt, als Zusammenschluss von 96 Ortsjugenden (Stand 04/2012) als Vollmitgliedern sowie weiteren 41 Anschlussjugenden bzw. 5 Regionalverbänden (NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Norden, Hessen), welche als verbindendes Glied zwischen dem Bundesvorstand und den Ortsjugenden angesehen werden. Der Regionalverband Norden umfasst neben den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Die Mitgliedvereinigungen in Rheinland-Pfalz sind je nach geografischer Lage dem Regionalverband Hessen / B-W zugeordnet.

Während bereits viele Mitgliedsvereinigungen Mitglied in dem jeweiligen Jugendring sind, besitzen auch die Regionalverbände den selbständigen Status „e.V.". Allesamt visieren sie eine Mitgliedschaft im Landesjugendring ihres Bundeslandes an. In Bayern, NRW, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen wurde dieser Schritt bereits vollzogen.

 

Bundesvorstand

Der basisdemokratische Verband wählt seinen Bundesvorstand in der Bundesdelegiertenkonferenz (BuKo) alle drei Jahre zu der jede Mitgliedsvereinigung zwei Delegierte entsenden kann (es gilt nach Satzung die Altersgrenze von 35). Der Vorstand bestehend aus neun Mitgliedern und wählt anschließend in seiner konstituierenden Sitzung

- die/den Bundesvorsitzende/n,
- die/den stellvertretende/n Bundesvorsitzende/n,
- die/den Generalsekretär/in und
- den Finanzvorstand als geschäftsführenden Vorstand.


Die vierköpfige Kontrollkommission überwacht die finanziellen Tätigkeiten des Verbandes und legt der Vollversammlung darüber einen Bericht vor. Die Schiedskommission wacht (auf schriftlichen Antrag) über die sonstigen Arbeiten der Personen im Verband. Ähnlich zum Bundesverband setzen sich auch die jeweiligen Regionalverbände durch die Delegierten aus den Ortsvereinen zusammen, wobei die Regelungen bzgl. der Anzahl der Delegierten und der Altersbeschränkung sich voneinander unterscheiden können. Im Normalfall entsenden die Mitgliedsvereinigungen drei Delegierte zu den Konferenzen ihrer Region und es gilt die Altersgrenze von 32.

 

Die Schwerpunkte seiner Arbeit betitelt der Verband in seiner Satzung wie folgt

- der Einsatz für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben,
- die Unterstützung, Beratung und Förderung Jugendlicher (Schüler / Studenten),
- der Einsatz für Menschenrechte, die Gleichstellung von Mann und Frau, die Freiheit aller Glaubensrichtung, die Rechte unterdrückter Minderheiten, die Integration ausländischer Jugendlicher und den Umweltschutz,
- die Motivation der Jugendlichen zu kritischem Denken und Handeln sowie zur demokratischen Mitgestaltung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche,
- die Interessensvertretung seiner Mitglieder in der Gesellschaft sowie das Einbringen dieser in die politischen Entscheidungsprozesse

Inhaltlich werden Themen wie z.B. Jugendpolitik, Umweltpolitik, berufliche Perspektiven, Integrationspolitik, Diskriminierung jeder Art sowie Aufklärung in den Bereichen Kriminalität und Drogen behandelt. Insbesondere auf die überparteiliche politische und kulturelle Sensibilisierung der organisierten Jugendlichen hat die Alevitische Jugend ein Augenmerk gelegt. Zudem bietet der Verband interessante Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche an und veranstaltet Bildungsseminare, Konferenzen, Theateraufführungen, Festivals, Kurse, Bildungsreisen, etc. Die Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden aus Deutschland und Europa ist erwünscht und wird vom Verband angestrebt. Eine solche Zusammenarbeit fördert die gegenseitige Verständigung und das interkulturelle Lernen. Die Alevitische Jugend ist sich seiner Rolle als ein wichtiger Multiplikator im Bereich der Integrationspolitik bewusst. Die in dem Verband organisierten Jugendlichen verstehen sich jedoch als Teil der hiesigen Gesellschaft. Es ist somit auch ein Selbstzweck des Verbandes, diesen integrativen Gedanken in die gesamte Gesellschaft der Menschen mit Migrationshintergrund zu multiplizieren.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass Integration nur durch gesellschaftliche Teilhabe gelingen kann. Nur so schaffen wir es, ein Wir-Gefühl unabhängig von Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Nationalität und Ansichten zu verankern. Unser gemeinsamer Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und der Gedanke der Völkerverständigung können dabei ein Fundament für uns bilden“, erklärte in diesem Zusammenhang der Bundesvorsitzende des BDAJ Serdar Akin.