Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland - BDAJ

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Samstag, 25 Mai 2013

BDAJ Hochschulgruppen starten durch!

In der ersten offiziellen Sitzung der Vertreter der alevitischen Hochschulgruppen diskutierten die Teilnehmer über die Zukunft der Hochschulgruppeninitiative. Bild1

[Meral Karabulut, Nurcan Kurun]

Mit der Initiierung der Gründung von Hochschulgruppen ab Anfang 2011 erschloss sich der BDAJ Bundesvorstand ein neues Arbeitsfeld. Alevitische (und natürlich auch nicht-alevitische) Studenten sollen dazu angeregt werden, sich in BDAJ-Hochschulgruppen zu organisieren, um einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung des Alevitentums und dessen Pflege zu leisten, das Alevitentum vorzustellen, die Vernetzung von Studierenden zu verbessern und um die eigene Hochschullandschaft mitzugestalten. Für die organisierten Aleviten ist dies ein völlig neuer Schwerpunkt und deshalb ein historischer Schritt. Schließlich mussten die Aleviten lange Zeit ihre Identität geheim halten und sind in ihrem Heimatland der Türkei weiterhin Benachteiligungen und Diskriminierung ausgesetzt. In Deutschland hingegen bieten sich vielfache neue Möglichkeiten an diesem entgegenzuwirken und insbesondere mit der Einführung des Alevitischen Religionsunterrichts (ARU) wird den Hochschulgruppen nun eine wichtige Bedeutung zugesprochen.

Die Teilnehmer des Workshops kamen aus den Städten Dortmund, Bochum, Köln, Frankfurt, Marl, Münster, Trier und Stuttgart zusammen. Der erste Meilenstein in der „Alevitischen Hochschulbewegung“ war durch die Gründung der ersten Hochschulgruppen (Trier, Stuttgart und Worms) bereits erfolgreich erreicht worden. Der Co-Vorsitzende der ersten BDAJ-Hochschulgruppe in Trier, Çağlar Ekici, betonte die Wichtigkeit der Initiative: „Der BDAJ hat sich durch diesen Schritt auch den Studierenden gegenüber geöffnet. Es war nicht einfach, eine Hochschulgruppe zu gründen, aber durch die gute Vorarbeit des BDAJ konnten wir uns auf viel Unterstützung stützen.“

Schon am Anfang begleitet der BDAJ die Initiativen, indem er Netzwerkarbeit leistet und die „angehenden“ Gruppen mit Mustersatzungen, Logos, E-Mail-Postfächern und einer kurzen Einführung in den Verband AABF und BDAJ versorgt. Auch der Bundesvorsitzende des BDAJ, Serdar Akin, verdeutlichte nochmals: „Kein Alevitentum ohne Bildung und Wissenschaft. Das ist uns allen klar. Nun gilt es für uns, diese Gruppen auch organisationstechnisch in den Verband zu integrieren und deren Arbeit zu unterstützen.“

Aktuell sind Studenten anderer Hochschulen durch die Erfolge ihrer Vorgänger animiert und motiviert, weitere alevitische Hochschulgruppen zu gründen. Momentan befinden sich folgende in der Gründungsphase: Wuppertal, Bochum, Hamburg, Ulm und Berlin.

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Rückblickend auf die Geschichte der alevitischen Bewegung in Deutschland können wir festhalten, dass erst durch die tatkräftige und professionelle Zusammenarbeit, gemeinsame Ziele verwirklicht werden konnten. Wie bereits der Unternehmer und Erfinder Henry Ford gesagt hat:

Zusammenkunft ist ein Anfang.

Zusammenhalt ist ein Fortschritt.

Zusammenarbeit ist der Erfolg.”

 

Genau aus dieser Intention heraus hat dieses Treffen stattgefunden, mit dem Ziel, bundesweit alevitische Hochschulgruppen zusammenzuführen, um somit den ersten Kontakt und Austausch zwischen den bereits bestehenden und in der Gründungsphase befindlichen Hochschulgruppen herzustellen.

Im ersten Abschnitt der Versammlung wurden nach der Vorstellungsrunde im Rahmen einer IST-Aufnahme die momentane Situation der Hochschulgruppen und deren Aktivitäten erläutert. Auffallend war dabei, dass die Gründungen der Gruppen an jeder Universität verschiedene bürokratische Abläufe durchwandert haben. Auch der rechtliche und organisationstechnische Status einer sogenannten Hochschulgruppe variiert von Hochschule zu Hochschule.

Erste Erfolge mit positiven Feedback wurden beispielsweise mit dem Symposium “Kant’s anatolischer Imperativ” an der Universität zu Köln erzielt. Auch an dieser Stelle wurden die bürokratischen Hindernisse und Stolpersteine thematisiert, die während der Organisation von Aktivitäten der Hochschulgruppen aufgetreten sind und bewältigt werden konnten.

Summa summarum waren sich alle alevitischen Hochschulgruppen in folgenden essentiellen Punkten einig: regelmäßiger Austausch, gemeinsame Aktivitäten und gute Zusammenarbeit zwischen allen bestehenden und sich zukünftig bildenden Hochschulgruppen als wichtiges Ziel für die Zukunft. Ein weiterer wichtiger Aspekt waren die Erläuterungen und Diskussionen hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen und zukünftigen Organisationsform der Hochschulgruppen bundesweit. Da diese Themen noch weitere Recherchen und Erkenntnisse erfordern, haben wir diese Versammlung zum Anlass genommen, den ersten Arbeitskreis der Hochschulgruppeninitiative zu gründen. Ideen zur Vernetzung und einer effektiven Zusammenarbeit sollen hiermit gemeinsam nachhaltig entwickelt und verstärkt werden.

Dieser Arbeitskreis besteht aus folgenden Personen:

- Serdar Akın (Bundesvorsitzender des BDAJ),
- Dilan Fırat (Uni Bochum),
- Gül Akdağ (Uni Stuttgart),
- Çağlar Ekici (Uni Trier),
- Nurcan Kurun (Uni Köln/ Giessen),
- Bilge Güler (Uni Bochum) und
- Cem Özcan (Uni Münster).

Krönender Abschluss der ersten erfolgreichen Versammlung ist folgender Beschluss: vom 26.-28.10.2012 wird in Frankfurt ein bundesweites „Hochschulgruppen-Camp“ in Frankfurt stattfinden, an dem alle Mitglieder der Hochschulgruppen teilnehmen können.

Am Ende unserer Versammlung spürten wir alle die Freude an einem historischen Ereignis der Alevitischen Hochschulbewegung teilgenommen zu haben und wünschen uns für die Zukunft hierfür, weitere engagierte Studentinnen und Studenten gewinnen zu können.