Im Dezember 2009 startete das zweijährige Tandem - Projekt „Gender-Lotsin“, das in Kooperation zwischen der Alevitischen Jugend in NRW e.V. (BDAJ-NRW) und dem Multikulturellen Forum e.V. durchgeführt wird.Ziel des vom Bundesministerium für Familie, Senioren und Frauen geförderten Projektes ist die Sensibilisierung der Ortsvereine der Alevitischen Jugend in NRW e.V. und junger Menschen mit Migrationshintergrund für Themen aus dem Bereich Gender Mainstreaming.
Nach dem Motto „Starke Frauen- Starke Vereine“ werden 20 engagierte Frauen im Alter von 17 bis 45 Jahren aus den alevitischen Ortsvereinen zu Multiplikatorinnen ausgebildet. Sie setzen die Projektideen in den einzelnen alevitischen Ortsgruppen um und übernehmen eine Begleitungs- und Beratungsfunktion für junge Mädchen. Sie teilen ihr Wissen mit den anderen Frauen und Mädchen, so dass sie das Bestreben der Alevitinnen zu einer selbständigen Lebensführung und besseren Integration optimal unterstützen. Jede Lotsin betreut hierbei zwei Ortsvereine des BDAJ in Nordrhein-Westfalen. Durch die kontinuierliche Arbeit und Unterstützung durch das Projekt werden die Strukturen der alevitischen Vereine in ganz Nordrhein-Westfalen gestärkt.
An mehreren Wochenendschulungen werden unter Anderem Themen wie Identität und Ortsbestimmung, Frau und Familie sowie Frau und Beruf, Ausbildung, Bildung bearbeitet.
Die letzte Wochenendschulung zum Thema Frauen und Gesellschaft findet am 16.-18.09.2011 statt. Alle Fachschulungen werden von fachlich kompetenten Dozentinnen durchgeführt, die sowohl Kenntnisse über das Alevitentum, als auch einen Bezug zum Gender- Mainstreaming haben.
Durch die vier aufeinander aufbauenden Schulungen werden den Lotsinnen die nötigen Informationen und Methoden beigebracht, die sie für ihre Rolle als Ansprechperson benötigen. Wichtig sind hierbei nicht nur die theoretischen Lerninhalte, sondern auch die Aspekte der Vereinsarbeit und die Planung und Durchführung von Veranstaltungen, um kompetent agieren zu können. Um die Lotsinnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen stehen ihnen die Projektleiterinnen in Form von Beratung, Begleitung und Supervision zur Seite.
Während des Projektes werden die Lotsinnen bereits einige Veranstaltungen in ihren Ortsvereinen durchführen: Vorstellung des Projektes, Rhetorikseminare, Themenabende, wie z.B. zu Gesundheitsfragen sowie Seminare zu Soft Skills.
Neben einer abschließenden Fachtagung im Herbst 2011, bei der ein Resümee des Projekts präsentiert werden soll, wird derzeit eine Gender-Info-Mappe entwickelt, der den alevitischen Ortsvereinen in Nordrhein-Westfalen zu Gute kommen und sie wie ein Leitfaden bei der Vereinsarbeit und weiteren Projektentwicklungen unterstützen soll.